Hamburg ist immer eine Reise wert


Papa hatte einen Wunsch: er wollte den Dankgottesdienst zum 15-jährigen Jubiläum von Bibel.TV am Samstag, 30. September 2017 um 14 Uhr, im Hamburger Michel besuchen. Super, gute Idee. Ich hatte Zeit, Hamburg ist eine tolle Stadt – das verbinden wir doch gleich mit einem Sightseeing inklusive Hotelübernachtung. Tim zu überzeugen, dass er uns begleiten musste, war nicht schwierig ;-).

Ein Hotel zu finden war allerdings nicht so einfach. Zwei Wochen vorher waren natürlich beide Motel Ones schon ausgebucht. Ich wurde dann doch -mit Martinas Hilfe- fündig: Hotel Nevada, Dreibettzimmer, nicht sehr exklusiv, aber zentrumsnah. Zufällig liegt es auch nur zwanzig Geh-Minuten vom Bibel.TV-Studio, das Papa auch gerne besichtigen möchte, entfernt.

Das Wochenende kam, mit unschönen Wetterprognosen: alle paar Stunden schwere Gewitter in Hamburg. Na, das kann ja was werden. In der Nacht auf Samstag wurde ich um drei Uhr von heftigem Dauerregen in Eidinghausen geweckt. In Gedanken formulierte ich schon einen Hilferuf an meine in Hamburg lebenden Bekannten: „Was soll ich mit meinem 85-jährigen Papa bei diesem Sch…wetter bloß unternehmen?!?“
Das Auto hatte ich schon am Vorabend gepackt und wie verabredet standen wir um sieben Uhr in Wulferdingsen auf der Matte, um Papa abzuholen. Er war schon um fünf Uhr (!!!) aufgestanden, damit er rechtzeitig fertig war. Top. Abschiedsküsschen für Mutti und los ging’s.

Morgens waren die Autobahnen noch schön frei, das Navi sagte keine Verkehrsbehinderungen voraus (und sollte Recht behalten) und Baustellen gab es auch kaum. Ein Wermutstropfen war allerdings der beständige Nieselregen – Autofahren bei Sonnenschein macht mehr Spaß. Irgendwann kam vom Rücksitz ein aufmunterndes „es klart auf“ von Papa. Tim musste/durfte vorne sitzen, der Mama beim Navigieren helfen ;-)

Selfie vor dem Michel
Wir sind super durch gekommen (Danke, Steffi, für den Tipp, früh loszufahren) und standen um zwanzig nach neun an der Rezeption des Hotels. Das Zimmer durften wir erst ab 14 Uhr beziehen, aber wir durften auf einen der zehn (!) Parkplätze des Hotels fahren. Perfekt, Glück gehabt, die nächsten Parkhäuser wären mindestens einen Kilometer entfernt. So war es deutlich bequemer.

Unsere Taschen ließen wir im Auto und machten uns für die Stadtbesichtigung fertig: Regenschirme und Regenjacken geschnappt, Tagesverpflegung in meine Tasche packen – los ging‘s. 20 Minuten Fußweg zum Bibel.TV-Studio. Von 9.30 – 11.30 Uhr fand dort der Tag der Offenen Tür statt. Wir hatten die Möglichkeit, Sender- und Studioräume zu besichtigen. Papa hat sich begeistert alles angeschaut und mit mehreren Mitarbeitern gesprochen, unter anderem auch mit Matthias Brender, dem Geschäftsführer von Bibel.TV.

Nach der Führung stand ein Shuttle-Bus bereit, der uns in die Innenstadt zum Michel fuhr. Super Service. Vielen Dank. Der Busfahrer fragte uns, ob er unterwegs auch ein bisschen über Hamburg erzählen dürfte – klar herzlich gerne ;-) Jetzt hatten wir knapp zwei Stunden Zeit und sind erst einmal über die Michelwiese Richtung Elbphilharmonie geschlendert.

Elbphilharmonie
Wieder Danke an Steffi für den Tipp, auf der Plaza der Elbphilharmonie den Rundumblick über die Stadt zu genießen. Der Kaffee dort oben war sehr lecker. Und die Aussicht … super. Hatte ich schon erwähnt, dass es ab dem Moment als wir in Hamburg aus dem Auto stiegen nicht mehr geregnet hat? Von wegen Gewitter :-) … und laut Regen-Radar regnete im übrigen Deutschland in Strömen. Alles richtig gemacht, würde ich sagen. Um 13 Uhr machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Michel, um am Dankgottesdienst teilzunehmen, deshalb waren wir ja extra her gefahren.

Der Gottesdienst wurde live übertragen, so konnte Mutti zu Hause zusammen mit Sigrid alles mit verfolgen.

Der Gottesdienst wird zu Hause verfolgt.
Papa war sichtlich stolz, als ich dann auch noch ein Foto von ihm und dem Geschäftsführer Matthias Brender schießen konnte. Nach dem Gottesdienst wurden wir zu einem Stehempfang mit Kaffee und Kuchen nebenan im Gemeindesaal des Michels eingeladen. Leider hatten sie technische Probleme, sodass die Vortragenden kaum bis gar nicht zu verstehen waren. Der Referent, auf den Papa sich besonders gefreut hatte, hatte aufgrund eines Hexenschusses abgesagt. So endete die Veranstaltung schon eine dreiviertel Stunde eher als geplant.

GPS-Track der Hafenrundfahrt
Nicht schlimm, so hatten wir mehr Zeit für die Stadtbesichtigung ;-) Wir sind zu den Ladungsbrücken spaziert und entschieden um 18 Uhr eine einstündige Barkassen-Tour durch den Hafen zu machen. Unsere Kapitänin war sehr nett und hat uns viel gezeigt. Zum Abschluss des Abends haben wir auf der Ladungsbrücke 1 stilecht bei Nordsee Fisch gegessen.

Um 20 Uhr waren wir hundemüde, meine kaputte Archillessehne wollte keinen Schritt mehr machen, und für Papa war es ja auch schon ein besonders langer und aufregender Tag ;-) Wir machten uns zu Fuß und mit der U-Bahn auf den Rückweg zum Hotel. Ich hätte Papa zwar noch gerne die Reeperbahn gezeigt, war aber froh um jeden Schritt, den ich nicht mehr machen musste.

Strahlende Gesichter auf dem Schiff
Im Hotel angekommen bezogen wir unser Zimmer, klärten schnell, wer sich das Doppelbett teilen durfte (Tim und ich) und wer in den Genuss des Einzelbettes kam (Papa). Papa hat mit Mutti telefoniert und sich vergewissert, dass es Mutti und Sigrid gut geht.

Tim und ich überzeugten uns per Videoanruf davon, dass auch Andreas einen schönen Tag gehabt hatte. Er war morgens – trotz starker Sehnenscheidenschmerzen im Arm – sehr fleißig: er hatte Tims Bett ab- und in Bens Zimmer aufgebaut, außerdem noch meine neue Mikrowelle angeschlossen. Danke. Da hatte er sich die Erholung in der BaliTherme redlich verdient …. und jetzt weiß er auch endlich, wo ich unsere Saunatücher aufbewahre ;-) .

Wir machten uns bettfertig und schossen um halb zehn das letzte Selfie des Tages ;-) Dank WhatsApp haben wir uns auch immer Nachrichten geschickt und wussten so, dass zu Hause alles in Ordnung ist. Sigrid hat sich netterweise um Mutti gekümmert und sogar dort auf dem Sofa geschlafen. Gute Nacht allerseits.

Stadtrundfahrt Teil 1
Kurz habe ich überlegt, Papa Sonntags morgens um fünf den Fischmarkt zu zeigen (ich selbst war auch noch nie dort). Ich bin aber eindeutig keine Frühaufsteherin –das ist so gar nicht meine Zeit– Papa sagte, er sei es gewohnt um halb neun aufzustehen. Alles klar – kein Fischmarkt.

Morgens um acht Uhr – nach einem erholsamen, tiefen Schlaf – hab ich geduscht … und dann beim Tasche packen ein bisschen rumgeklappert, um den Rest der Familie zu wecken. Hat geklappt, um neun Uhr saßen wir am Frühstückstisch und genossen das vielseitige Frühstück. Danach auschecken, Auto am Hotel stehen lassen und nochmal bei schönstem Sonnenschein los: der Plan war eine Stadtrundfahrt mit dem Bus zu machen.

Vor der Elbe …
Am Hauptbahnhof angekommen hielt auch direkt einer der roten Doppeldecker vor uns. Andreas, Tim und ich hatten die Tour schon vor eineinhalb Jahren gemacht, für Papa war aber alles neu. Er staunte: „Sind wir immer noch in Hamburg? Das ist ja schön hier. Jetzt weiß ich, warum du so gerne hier hinfährst.“

Am Hafen machte der Bus zwanzig Minuten Pause und wir entschieden, doch noch einmal auszusteigen und das schöne Wetter zu nutzen. Wir sind durch den Alten Elbtunnel spaziert und haben auf der anderen Seite die schöne Aussicht auf die Stadt genossen – natürlich nicht ohne noch mal alles mit einem Selfie festzuhalten.

Erntedankgottesdienst in Bergkirchen
Per WhatsApp wurden wir informiert, dass Sigrid und Mutti sich auf den Weg in den Erntedankgottesdienst nach Bergkirchen gemacht hatten. Dort hatten sie mit Pastor Baade, Onkel Wilfred und Lisa Busse gesprochen. So wussten wir, dass alle guter Dinge waren und konnten den Tag noch mehr genießen.

Auf den nächsten Doppeldecker-bus mussten wir nur kurz warten. Zwanzig Minuten hat er uns noch durch die neue HafenCity bis zum Hauptbahnhof kutschiert.
Dort war für uns Endstation, mit U-Bahn zurück zum Hotel, noch mal pillern, und dann mit dem Auto die abenteuerliche Rampe vom Parkplatz hoch auf die Straße. Gut, dass ich da nicht mehrmals hoch und runterfahren musste – ich habe Blut und Wasser geschwitzt.

Eltern und zwei Töchter im Kurpark
Um 13 Uhr haben wir uns auf den Rückweg gemacht, wir hatten wieder eine problemlose Fahrt. Auf der Gegenfahrbahn Richtung Nordsee war deutlich mehr Verkehr. Um 15.30 Uhr waren wir wieder im Dörgen und verabredeten uns mit Mutti und Sigrid zu einem krönenden Abschluss im Kurpark.

Es war ein sehr, sehr schöner Ausflug.
Papa, wo möchtest Du das nächste Mal hin?
Was hältst Du von einem Tagesausflug nach Münster?

… im Kurpark

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